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Trauer als Heilung für Angehörige: LKH Vöcklabruck hilft mit Gedenkandachten

Alle MitarbeiterInnen der Krankenhäuser bemühen sich um die Heilung und Verbesserung der Lebensqualität der PatientInnen. „Gerade bei Schwerkranken zeigen sich jedoch – manchmal auch sehr deutlich -  die Grenzen medizinischer Einflussnahme“, sagt Mag. Gerhard Ertl, Seelsorger am LKH Vöcklabruck. „Und es gehört zur harten Realität des Klinikalltags, dass Patienten auch bei uns im Haus versterben.“ Das LKH Vöcklabruck will die zurückbleibenden Angehörigen mit Gedenkandachten in ihrer Trauer unterstützen.

„Der Abschied von einem geliebten Menschen ist ein schmerzhafter und anstrengender Vorgang des Loslassens und des Durcharbeitens verschiedener Gefühle“, beschreibt Ertl. Ein halbes Jahr nach dem Todeszeitpunkt werden die Angehörigen zu einer Gedenkandacht eingeladen. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass zu diesem Zeitpunkt die erste intensive Trauerphase vorbei ist – die Angehörigen tragen in ihrem Inneren aber noch immer schwer am Gewicht der Trauer“, sagt der Seelsorger. Die Umwelt nimmt diese stille Trauer kaum mehr wahr. Mit der Gedenkandacht sollen die Angehörigen auf ihrem Weg der Trauer begleitet und ihnen Mut zum „Weitergehen“ gemacht werden.

Teelichter in Sand   

Mit der Gedenkandacht werden die Angehörigen auf Ihrem Weg der Trauer begleitet 

Trauer ist eine sinnvolle Reaktion auf Verlust, Abschied und Trennung. „Sie braucht Zeit und genügend Raum“, sagt Seelsorger Ertl. Probleme mit der Trauer entstehen meist dann, wenn Menschen entweder nicht zu trauern beginnen oder endlos in der Trauer verharren. Für Ertl besteht die wichtigste Aufgabe der Trauer darin, schwere Verluste zu Trauerkaffee (Trauerandacht mit anschließendem Beisammensein)
akzeptieren und das eigene Leben der neuen Situation anzupassen. „Dabei ist es durchaus hilfreich den inneren Reichtum, den der Verstorbene geschenkt oder hinterlassen hat, in der Erinnerung
festzuhalten“, sagt Ertl. Viele brauchen die Gemeinschaft. Dort zeigt sich auch, dass Menschen in ähnlichen Situationen sind. Das Miteinander stärkt und trägt zu Orientierung und Geborgenheit bei.

Die Andachten sind so gestaltet, dass sowohl religiöse als auch religiös ferner stehende Menschen angesprochen werden. Im Anschluss können die TeilnehmerInnen bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen. Ärzte und Pflegende möchten sich auch auf diese Gespräche einlassen und Begegnungen ermöglichen.
Die nächsten Angehörigen werden zum jeweiligen Termin schriftlich eingeladen.


Veranstaltung: 

Trauerkaffee (Trauerandacht mit anschließendem Beisammensein)

Termine:         28. August 2008 
                        27. November 2008
Veranstalter:   gespag, LKH Vöcklabruck, Plattform Palliativ
Ort:                  LKH Vöcklabruck, Ausbildungszentrum, Festsaal