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Österreichpremiere im LKH Vöcklabruck: Live-OPs mit neuem Lasergerät bei Prostatavergrößerung

Am Freitag, 01. Juni 2007, trafen sich im LKH internationale Experten zu einem Lasersymposium. Vorgestellt wurde erstmalig in Österreich ein neuer Holmium-Laser, der etwa bei Prostatavergrößerungen zum Einsatz kommt. Highlights der Veranstaltung waren drei urologische Live-Operationen, die direkt aus dem OP ins Ausbildungszentrum des LKH  übertragen wurden.

Zwei Prostatavergrößerungen sowie ein Harnleitersteineingriff standen am Operationsplan. Spezialisten aus allen Bundesländern, Deutschland, Kroatien und auch Tschechien verfolgten interessiert und kritisch die Arbeit mit dem neuen Gerät, das vor rund drei bis vier Monaten in Deutschland entwickelt worden war. Als Operateur konnte Univ. Prof. Dr. Jens Rassweiler aus Heilbronn gewonnen werden. „Ein international bekannter Mediziner, der bereits jahrelange Erfahrung mit dem Vorgängermodell des neuen Holmium-Lasers hat“, berichtet Prim. Dr. Michael Dunzinger, Chef der Urologie am LKH.

Prim. Dr. Michael Dunzinger      

Seit rund fünf Jahren ist die Lasertherapie bei gutartiger Prostatavergrößerung als Alternative zum so genannten Golden Standard, der Prostatahobelung, auf dem Prüfstand. Die Vorteile des Lasers gegenüber der konventionellen Methode liegen auf der Hand: Nahezu blutlose Operation, frühe Katheterentfernung nach bereits einem bis eineinhalb Tagen und generell geringere intraoperative Risiken. Gerade bei älteren Patienten, die auf Grund von Koronarerkrankungen beispielsweise Blut verdünnende Medikamente einnehmen, birgt eine herkömmliche Operation immer eine Zusatzgefahr.

„Die Präparate müssen vor dem Eingriff abgesetzt werden und bedingt durch hohe Blutverluste kommen häufig Blutkonserven zum Einsatz“, erklärt Chef-Urologe Dunzinger. Bei einem Laser-Eingriff dagegen muss die Medikation nicht verändert werden.

Nachteil eines Lasergerätes waren bislang die hohen Anschaffungskosten von rund 140 000 Euro, die sich pro Patient und Eingriff mit etwa 950 bis 1200 Euro niederschlugen. „Dennoch müssen wir umdenken, da immer mehr Patienten nach der modernen Laser-Behandlung verlangen, die Anfragen häufen sich“, so Dunzinger. Der neue vorgestellte Holmium-Laser könnte die Lösung sein: mit rund 70 000 Euro kostet er nur halb so viel wie seine Vorgänger, entsprechend würden pro Patient „nur noch“ Kosten von 80 bis 100 Euro anfallen. Zudem hat der neue Laser eine wieder verwendbare Lasersonde, was ebenfalls für die Wirtschaftlichkeit spricht. Ein weiterer Programmpunkt des Symposiums, bei dem es vor allem darum ging, die Holmium-Laser-Methode mit pro und contra kritisch zu beleuchten, war die telefonische Konferenz-Schaltung zu Prim. Dr. Bachmann nach Basel. Der Schweizer Spezialist arbeitet seit Jahren mit dem ähnlichen „Greenlight-Laser“ und berichtete den KongressteilnehmerInnen von seinen Erfahrungen.

Ob und wann der neue Holmium-Laser im LKH eingesetzt wird, ist laut Prim. Dunzinger noch nicht 100 Prozent sicher, das Symposium war aber sicherlich ein erster Schritt in diese Richtung.