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Erektile Dysfunktion: Kein Lifestyle-Problem sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung

Ob in TV-Spots, auf Plakaten oder in Zeitschriften – das Thema Sexualität scheint überall präsent sein. Doch nicht selten führt die gesellschaftliche Enttabuisierung dieser Materie zu überzogenen Vorstellungen und falschen Erwartungshaltungen. Vor allem Jugendliche setzen sich selbst oft stark unter Druck, um dem in den Medien vorgelebten und meist realitätsfremden Bild von einem erfüllten Sexualleben zu entsprechen. Oftmals leiden bereits Männer „im besten Alter“ gelegentlich unter Erektionsproblemen. Nicht selten verbergen sich hinter den Potenzstörungen aber gerade bei älteren Herren jedoch organische Erkrankungen, die unbehandelt immer weiter fortschreiten und einen Gang zum Arzt ohnehin unumgänglich machen.

Schätzungsweise jeder zweite Oberösterreicher sieht sich im Laufe seines Lebens mit Potenzproblemen konfrontiert, wobei mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit einer erektilen Dysfunktion deutlich steigt. Die Schwere der Potenzstörung kann dabei sehr unterschiedlich sein und von gelegentlichen Problemen bis hin zum totalen Verlust der Erektionsfähigkeit reichen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, wobei die Mediziner heute nicht mehr streng zwischen seelischen und körperlichen Ursachen unterscheiden, sondern bei der Diagnose und Therapie stets beide Faktoren berücksichtigen. „Tatsache ist, dass gerade bei jüngeren Männern meist psychische Hintergründe wie etwa Beziehungsprobleme, Überforderung bzw. großer Druck am Arbeitsplatz, aber auch überzogene Vorstellungen in Bezug auf das Sexualleben Probleme beim Geschlechtsverkehr erzeugen können“, erklärt Dr. Gerhard Hermandinger, Assistenzarzt an der Abteilung für Urologie des LKH Vöcklabruck.

Bei etwa x % der älteren Herren finden organische Erkrankungen wie Diabetes, hoher Blutdruck, Herzerkrankungen oder hormonelle Defizite ihren Ausdruck in Potenzstörungen.
Liegen bereits Gefäßschäden wie z. B. eine Verengung der Gefäßwände – mit beeinflusst durch langjährigen, starken Zigarettenkonsum und fettreiche Ernährung – vor, kann nicht mehr ausreichend Blut in den Penis fließen, wodurch die Erektion nur mehr eingeschränkt bzw. nicht mehr möglich ist.

„Welche Ursachen auch immer für die erektile Dysfunktion ausschlaggebend sind, eines haben alle Männer mit Erektionsproblemen gemeinsam: Sie fühlen sich in ihrer männlichen Identität geschwächt und haben Angst, nur mehr ein halber Mann zu sein. Die Furcht vor einem erneuten Versagen beim Geschlechtsverkehr sitzt tief und löst kurz vor dem Sexualakt Stress aus, der sich in weiterer Folge kontraproduktiv auf die Erektion des Penis auswirkt“, weiß Ass. Dr. Hermandinger.

 „Wir können die erektile Dysfunktion aufgrund der vielfältigen Therapiemöglichkeiten heute bereits erfolgreich behandeln. Besonders viel versprechend sind so genannte PDE-5-Hemmer wie Viagra, Cialis oder Levitra, die die Erektionsfähigkeit auf chemischem Wege verstärken indem sie die Durchblutung – auch bei bereits vorliegender Gefäßverengung – fördern. Diese Pillen können grundsätzlich unbedenklich eingenommen werden, es sei denn, jemand leidet an Herzerkrankungen. Die Wirkung der PDE-5-Hemmer tritt in etwa eine halbe Stunde nach Einnahme auf und hält bei Viagra bis zu sieben Stunden, bei Cialis und Levitra? rund 24 Stunden. Eine Alternative dazu sind Medikamente mit gefäßerweiternden Substanzen, die sich der Patient direkt in den Schwellkörper des Penis einspritzt. Diese Methode lässt jedoch zeitlich keine großen Freiheiten zu, da die Wirkungszeit auf etwa zwei Stunden begrenzt ist und die Gefahr einer Überdosierung besteht. Sollten die genannten Therapien nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann auch eine Vakuumpumpe eingesetzt werden, mit deren Hilfe Blut in den Penis gepumpt wird“, skizziert Dr. Hermandinger die unterschiedlichen Möglichkeiten.

Ausführliche Beratung bei Potenzstörungen bietet Dr. Hermandinger jeden Mittwoch von 13:00 bis 16:00 Uhr in der urologischen Ambulanz des LKH Vöcklabruck.