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Habe ich Prostatakrebs? - Der Weg zur Diagnose

Krebs der Vorsteherdrüse (Prostatacarcinom – PCa) ist eine bösartige Erkrankung. Ungefähr 120 von 100 000 Männern in Oberösterreich erkranken pro Jahr daran. Österreichweit ist das Prostatacarcinom der häufigste bösartige Tumor bei Männern und wird in einigen Jahren die häufigste Krebstodesursache sein.

Ursachen

Noch sind die Ursachen der Entstehung dieser Krebserkrankung nicht geklärt. Gesichert ist dass ein erhöhtes familiäres Risiko besteht (genetisch), ebenso wissen wir dass die verschiedenen Rassen  ein unterschiedliches Risiko haben daran zu erkranken. Außerdem dürften auch Ernährungsfaktoren eine gewisse Rolle spielen.

Frühsymptome

Das PCa bietet keine Frühsymptome,  d.h. dass die Erkrankung meist erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden macht.

Verdacht auf ein PCa – Krebsvorsorge

Zur Früherkennung des PCa stehen  3 Untersuchungen  zur Verfügung.  Die eine ist eine Blutabnahme zur Bestimmung des sogenannten prostataspezifischen Antigens (PSA), die zweite  eine  Abtastung der Vorsteherdrüse vom Anus her (digital rektale Untersuchung – DRU - Abb. 1). Die dritte Untersuchung ist eine transrektale (durch den Enddarm) durchgeführte Ultraschalluntersuchung (TRUS) der Prostata. Ist nun der Blutwert (PSA) über die Norm erhöht und / oder der Tastbefund/ und / oder die Ultraschalluntersuchung  pathologisch besteht der Verdacht auf ein PCa.  Beweisend  ist allerdings nur die mikroskopische Untersuchung von Prostatagewebe, welches mittels Biopsie entnommen wird.

Durch diese einfachen Untersuchungen (PSA Bestimmung , DRU und TRUS) kann also ein PCa im Frühstadium erkannt werden, sodass die österreichische Gesellschaft für Urologie (ÖGU) ein jährliche Vorsorgeuntersuchung  ab dem 45. Lebensjahr empfiehlt. Sollten Verwandte an einem PCa leiden  sollte (wegen erhöhtem Risiko) die jährliche Untersuchung bereits ab dem 40. Lebensjahr erfolgen.

Gewebsprobeentnahme aus der Prostata – Biopsie

Sollte also der Verdacht auf ein PCa bestehen wird eine Biopsie der Prostata durchführt. Dabei wird mit einer langen Nadel durch den Anus in die Vorstehehrdrüse eingegangen. Diese Nadel schnellt mit Federkraft nach vorne, entnimmt dabei einen winzigen Zylinder (ca. 1 x 15 mm) und fährt anschließend wieder ein, sodass das Material entnommen werden kann (Abb. 2). Dieser kleine Eingriff wird unter Schutz eines Antibiotikums zur Verhinderung einer Entzündung durchgeführt (eine Tablette). Die Biopsie  erfolgt in örtlicher Betäubung: Der Patient erhält eine Betäubungssalbe für die empfindliche Analschleimhaut. Zusätzlich werden  an der Abteilung für Urologie in Vöcklabruck mit einer Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln die Prostatanerven betäubt (ähnlich wie beim Zahnarzt). Damit ist die Gewebsprobeentnahme aus der Prostata kaum mehr schmerzhaft, ebenso sind Komplikationen sehr selten. Der Eingriff wird tagesklinisch durchgeführt. D.h. dass nach vorheriger Aufklärung  durch den zuweisenden Facharzt oder durch die Kollegen der Abteilung der Patient in der Früh kommt und 1 – 2 Stunden nach der Biopsie wieder nach Hause geht.

Habe ich Prostatakrebs?

Im Falle einer verdächtigen Tastuntersuchung und / oder eines erhöhten  Tumormarkers (PSA) besteht also der Verdacht auf ein Karzinom. Entscheidend ist das Ergebnis der Biopsie, wobei das entnommene Material mikroskopisch untersucht wird.
Wenn ein Karzinom nachweisbar ist sprechen wir von einem positiven Befund. Bei Weitem nicht alle Männer die sich einer Prostatabiopsie unterziehen müssen haben so einen positiven Befund, also ein PCa. Lediglich 30% aller Gewebsproben sind positiv, somit lässt sich bei den verbleibenden 70 % ein Karzinom ausschließen. Aber auch für den Fall dass ein Prostatakrebs vorliegt können wir Therapiemöglichkeiten  mit guten Behandlungserfolg anbieten. Wenn der Krebs im Anfangsstadium ist lässt sich diese bösartige Erkrankung heilen, z.B. mit Hilfe einer Operation: der radikalen Prostatektomie.

Abtastung der Prostata
Abb. 1 DRU  - Abtastung der Prostata

Biopsie der Prostata
Abb. 2 Biopsie der Prostata