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Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Ungewollte Kinderlosigkeit - Abklärung und Therapie

Baby beim BadenJede 5. Partnerschaft ist ungewollt kinderlos. Nach einem Jahr unerfülltem Kinderwunsch (natürlich relativiert durch das Alter des Paares) spricht man von Sterilität.

Die Sterilitätsursachen sind "gerecht" verteilt, zu jeweils einem Drittel findet sich eine Erklärung bei der Frau, beim Mann bzw. bei beiden sowie zu einem Drittel bei keinem, also unklar (idiopathisch).

Im ausführlichen Anamnesegespräch werden mögliche Gründe für die Sterilität erörtert (Operationen, Infektionen, Zyklusauffälligkeiten etc.), die anschließende Basisdiagnostik umfasst neben der üblichen gynäkologischen Untersuchung mit lokaler Infektabklärung die Erhebung einiger relevanter Labor- und Stoffwechselparameter, nämlich Zuckerbelastungstest, Schilddrüsenhormone, Rötelntiter usw. sowie zyklusgerechte Sexualhormonbestimmung (2 Blutabnahmen notwendig) bzw. neben der üblichen urologischen Untersuchung eine Spermienanalyse (Spermiogramm). Anschließend erfolgt der Nachweis der Eizellreifung und des Eisprunges mittels Ultraschall (Sonographie), anhand der dann erhobenen Befunde lässt sich bereits die erste Prognose stellen und ein weiteres Konzept erarbeiten.

Die nächste Stufe umfasst die organische Abklärung, die Gebärmutter- und Bauchspiegelung zur morphologischen Beurteilung und Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit (Hysteroskopie und Laparoskopie mit Chromopertubation) und gegebenenfalls operativer Sanierung.

Bei einigen Frauen ist die Behandlung der festgestellten Ursache , z.B. der medikamentöse Ausgleich einer Schilddrüsenfunktionsstörung, Operation etc. ausreichend, bei anderen ist eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke, dh. die Eizellreifung und gegebenenfalls Auslösen des Eisprunges durch Hormonverabreichung

(Tabletten oder Injektionen) zielführend und es kommt auf natürlichem Weg zu einer Schwangerschaft.

Nach Erfassen sämtlicher Ergebnisse ist auf Grund von Eileiterdefekten (überwiegend infektionsbedingt), reduzierter männlicher Fruchtbarkeit etc. sowie Kombinationen verschiedener Faktoren eine künstliche Befruchtung (assistierte Reproduktion) notwendig. Durch hormonelle Stimulierung der Eierstöcke in höherer Dosierung (kontrollierte ovarielle Hyperstimulation) reifen mehrere Eibläschen, welche nach Punktion durch die Scheide – dazu ist meist keine Narkose notwendig – gewonnen und im Reagenzglas befruchtet werden (IVF – In Vitro Fertilisierung), bei schlechter Spermienqualität ist es möglich, die Befruchtung einer Eizelle mit lediglich einem Spermium durch Injektion in diese zu erzielen (ICSI).

Anschließend werden (je nach Alter der Patientin) 2 – 3 Embryonen in die Gebärmutter transferiert. Wurden mehr befruchtet können diese eingefroren (kryokonserviert) und später verwendet werden.

Mit den erwähnten Methoden der assistierten Reproduktion ist eine Schwangerschaftsrate je nach Klinik von aktuell bis zu 35 % sowie nach vier Stimulierungszyklen etwa 65 % zu erzielen.

Ab 1. Jänner 2000 übernimmt der Fonds zur Finanzierung der In Vitro Fertilisierung (IVF–Fonds) 70 % der anfallenden Kosten incl. Medikamente bei diagnostizierten Eileiterdefekten sowie reduzierter Spermienqualität, 30 % sind von den Patienten selbst zu bezahlen. Die Kostenbeteiligung ist auf 4 Versuche pro Paar und angestrebter Schwangerschaft limitiert, die Altersgrenze liegt bei der Frau bei 40 und beim Mann bei 50 Jahren.

Näheres entnehmen Sie der Broschüre des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen, diese kann unter der Tel.Nr. 01/71100-4700 angefordert werden.

Wichtig erscheint eine umfassende Aufklärung und eine ordentliche und geradlinige Abklärung der ungewollten Kinderlosigkeit, um eine ebensolche Beratung und Behandlung anbieten bzw. durchführen zu können.

Manche Paare betrachten Kinderlosigkeit als Schicksal bzw. lehnen aus verschiedenen Gründen gewisse reproduktionstechnische Maßnahmen ab, andere wiederum möchten sämtliche Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen mit dem Ziel der Geburt eines gesunden Kindes.

Im LKH Vöcklabruck wird fast die gesamte Palette der weiblichen und männlichen Sterilitätsabklärung sowie -therapie angeboten, bezüglich der apparativ und personell aufwendigen künstlichen Befruchtung arbeiten wir mit diversen Spezialinstituten zusammen.