Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ultraschalldiagnostik in der Schwangerschaft
Geburtshilflicher Ultraschall
Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft stellen in der modernen Medizin ein unverzichtbares Instrument der Schwangerschaftsbetreuung dar.
Schon Eingangs muss erwähnt werden, dass die korrekte Anwendung von Ultraschall zur Diagnostik sowohl für Kind als auch die Mutter gefahrlos ist. Dies ist durch große, international durchgeführte Studien eindeutig belegt!
Die zu verschiedenen Zeitpunkten in der Schwangerschaft durchgeführten Untersuchungen verfolgen jeweils bestimmte Zielsetzungen:
Ultraschall in der Frühschwangerschaft (7.–14. Woche):
Hierbei geht es um den Nachweis einer vermuteten Schwangerschaft. Neben der Feststellung einer intakten, korrekt angelegten Frucht kann auch eine exakte Feststellung des Schwangerschaftsalters erfolgen. Auch Mehrlingsschwangerschaften oder Gebärmutterauffälligkeiten (Myome, Fehlbildungen) können diagnostiziert werden.Manche angeborene Erkrankungen (z.B. Trisomie 21 – Down Syndrom) können durch Messung der sog. Nackentransparenz bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt werden.
Ultraschall im 2. Schwangerschaftsdrittel (19.–24. Woche):
Ganz im Vordergrund steht hier die Fehlbildungsdiagnostik. Viele angeborene Erkrankungen des Kindes können durch Ultraschalluntersuchungen zu einem frühen Zeitpunkt diagnostiziert werden. Besonders die 3D–Sonographie mit plastischer Darstellung der kindlichen Körperoberfläche hat hier neue Möglichkeiten eröffnet. Dies ermöglicht den werdenden Eltern ausreichend Zeit zur Entscheidungsfindung. Einige, ausgewählte Erkrankungen sind auch bereits intrauterin (d.h. im Mutterleib) behandelbar. In anderen Fällen kann durch die optimale Planung der Geburt die bestmögliche Versorgung des Neugeborenen erreicht werden.
Ultraschall im 3.Schwangerschaftsdrittel (29.–33. Woche):
Jetzt steht die Kontrolle eines entsprechenden Wachstums des Kindes im Vordergrund. Bleibt das Kind in seiner Entwicklung auffällig zurück (sog. intrauterine Wachstumsretardierung), dann kann durch eine Blutflussmessung (sog. Doppleruntersuchung) der Nabelschnurarterie das Ausmaß der kindlichen Gefährdung bestimmt werden. Entsprechend kurzfristige Kontrollen zur Festlegung des optimalen Entbindungszeitpunkt sind dann unter Umständen notwendig. Selbstverständlich ist auch die Bestimmung der Kindslage (Steißlage?) zentrales Element der Ultraschalluntersuchung im letzten Schwangerschaftsdrittel.