Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Unsere Abteilung für Frauenheilkunde

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Harninkontinenz der Frau
In Österreich leben ca. 350.000 von Inkontinenz betroffene Menschen. Eines der größten Probleme der Inkontinenzbehandlung besteht in der Tabuisierung des Problems durch Patienten und Arzt, und in der unzureichenden Vorbeugung und Abklärung.
DEFINITION: Harninkontinenz bezeichnet den unwillkürlichen Abgang von Urin. Somit ist Inkontinenz keine Diagnose, sondern nur ein Symptom einer Blasenfunktionsstörung.
Formen d. Harninkontinenz:
- Stressinkontinenz: Harnverlust bei unzureichendem Harnröhrenverschluß unter Belastung, bei unauffälliger Blasenmotorik.
- Grad I : Harnverlust beim Husten oder Niesen
- Grad II :Harnverlust bei leichter körperlicher Belastung
- Grad III :Harnverlust bereits im Liegen
- Dranginkontinenz (sogenannte "Urge" Inkontinenz):
Harnverlust bei gesteigertem Harndrang und unwillkürlicher Blasenmotorik bei unauffälligem Harnröhrenverschluss.
- Reflexinkontinenz: Harnverlust bei selbständiger unwillkürlicher Blasenmotorik ohne Harndranggefühl.
- Überlaufinkontinenz: Harnverlust bei großen Restharnmengen ohne jede Blasenmotorik.
DIAGNOSTIK:
Anamnese:
- Art und Dauer der Harninkontinenz
- Miktionsverhalten (Frequenz, Nächtlicher Harnverlust, Schmerzen, Nachträufeln)
- Mithilfe der Bauchpresse, wieviele Vorlagen
- Restharngefühl
- Soziales Umfeld
- Mobilität der Patientin
- Mentaler Zustand
- Zusätzliche Erkrankungen
- Medikamente (Diuretika, Antihypertensiva, ...)
- Sexualanamnese
- Stuhlanamnese
- Allgemeinzustand
Körperliche Untersuchung:
- Äußeres Genitale
- Vaginale Untersuchung: Schleimhautbeschaffenheit (Östrogenmangel!), Senkung
- Stresstest
- Eventuell neurologische Untersuchung
Labor: Harnanalyse: Sediment; Harnkultur
Bildgebende Diagnostik: IVP; Urethrocystogramm; Urethrocystoskopie
Urodynamische Untersuchungen: Druckmessung der Harnblase und der Harnröhre
- Füllungscystometrie mit Provokationstest
- Entleerungscystometrie
- Urethradruckprofil in Ruhe
- Urethradruckprofil unter Belastung
THERAPIE:
- Physiotherapie:
- Beckenbodentraining (unter Anleitung einer Therapeutin; mindestens 3 Monate)
- Beckenbodentraining mit Biofeedback
- Elektrostimulation –durch elektrische Impulse
- Medikamentöse Therapie:
bei Streßinkontinenz: Alpha–Symphatolytika, Östrogene
bei Dranginkontinenz: Anticholinergika (Ditropan), Trizyklische Antidepressiva (Anafranil), Spasmolytika (Spasmolyt), Östrogene (Ovestin), Alpha-Blocker, Antispastika, Phytopharmaka: Kürbiskerne
- Mechanische Hilfsmittel: Pessare, Urethalstöpsel
- Lebensgewohnheiten: Gewichtsreduktion,...
- Operative Therapie:
Bevor man über die Operationsmethoden spricht, sollten alle nicht operativen Möglichkeiten ausgeschöpft sein. Es sollte nicht ohne bestehendem Leidensdruck von Seiten der Patientin operiert werden.
bei Streßinkontinenz:
TVT:
dabei wird ein Prolene Band um die mittlere Harnröhre gelegt und mittels eines kleinen Schnittes oberhalb der Schamhaargrenze herausgeleitet.
Abdominale Kolposuspension (Burch):
Bei dieser Methode wird mittels Bauchschnitt die Scheide und damit die Harnröhre angehoben.