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Was tun, wenn es tröpfelt? - Ärger mit Stressinkontinenz

Dr. Peter Gebhartl von der Urologie-Abteilung im Spital informiert:

Unwillkürlicher Harnverlust bei Frauen kann mehrere Ursachen haben. Wenn es bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen, Anstrengungen etc. gleichzeitig zum Harnverlust kommt, spricht man von Stressinkontinenz. Ohne entsprechende Behandlung verschlechtern sich die Symptome.

Die Betroffenen gehen immer öfter aufs WC, weil der Harnverlust bei voller Blase stärker wird, und brauchen mehr und mehr Vorlagen. Diese Umstände und die Angst vor Geruchsbelästigung treiben die Patienten in die soziale Isolation. Ursachen können Schwäche der Beckenboden-Muskulatur und des Bindegewebes nach Geburten, Operationen oder vererbungsbedingt sein.

Welche Therapien gibt es?

Nach einer Basisdiagnostik (körperliche Untersuchung, Harnuntersuchung etc.) folgen Spezialuntersuchungen wie z.B. Blasendruckmessung. In vielen Fällen hilft ein Beckenboden-Training, das über eine Heilgymnastin erlernt werden sollte. Häufig bringt auch das sogenannte Biofeedback gute Resultate. Dabei wird die Anspannung der Muskeln des Beckenbodens über optisches Feedback erlernt. Eine Elektrostimulation - meist über Scheiden-Elektroden - hilft, die richtigen Muskelgruppen zu erkennen und stärkt sie. Medikamentös können alle Therapien durch Hormone bei Frauen nach den Wechseljahren unterstützt werden.

Gibt es eine Operation?

Bei Versagen der genannten konservativen Maßnahmen hilft nur eine Operation. Dabei gibt es zahlreiche Techniken sowohl von der Scheide als auch vom Bauchraum aus. Eine in Schweden entwickelte und an unserer Abteilung seit dem Vorjahr mit großem Erfolg angewandte Methode ist eine Art Schlingenoperation, genannt TVT (Tension Free Vaginal Tape). Dabei wird ein Kunststoffband von der Scheide aus locker (spannungsfrei) um die Harnröhre gelegt. Der Eingriff wird bevorzugt in örtlicher Betäubung durchgeführt, damit die Patientin wach ist und unter ihrer Mithilfe (Husten) das Band so platziert werden kann, dass sie trocken ist, aber gut urinieren kann. Die Operation dauert nur 30 Minuten. Die Entlassung erfolgt am zweiten Tag nach dem Eingriff.