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Potenzschwäche beim Mann

Das überrascht: Potenzstörungen sind eine Krankheit wie die Grippe und zählen zu den meist vorkommenden Krankheitsbildern bei Männern über 50 Jahren.

Nach einer neueren Studie leiden rund 50% der Männer über dem 50. Lebensjahr unter mehr oder weniger ausgeprägten Potenzstörungen. In dieser Altersgruppe sind organische Ursachen häufiger als psychogene. Trotzdem sind bei mehr als der Hälfte der männlichen Depressionen Sexualprobleme der Grund weil die organisch bedingte Potenzstörung letztlich auch zu psychischen Problemen führt!

Prim.Dr. Karl SachererPrim. Dr. Karl Sacherer, Leiter der Urologie am Landeskrankenhaus Vöcklabruck: „Wenn der Geschlechtsverkehr nicht mehr oder nicht ausreichend ausgeübt werden kann, ist der Betroffene nicht selber schuld, sondern er ist schlichtweg krank. Am besten ist es, sofort einen Facharzt für Urologie aufzusuchen oder sich vom Hausarzt in eine Fachambulanz überweisen zu lassen. Es gibt heute bereits ausgezeichnete medizinische Hilfen.“

Medikamente wirken sofort

Gerade bei den psychogen verursachten Potenzproblemen bringt die medikamentöse Therapie sehr viel, weil organisch alles in Ordnung ist und der Mann nur eine Unterstützung braucht, um über das Problem hinwegzukommen.
Auch bei Vorliegen organischer Ursachen können bestimmte Medikamente Hilfe bringen, es sind dies durchblutungsfördernde Mittel wie z.B. Viagra, das peripher, also am Entstehungsort ansetzt und dort wirkt. Die neueren, erst im heurigen Jahr eingeführten Mittel wie Ixense und Uprima greifen zentral im Gehirn ein und steuern von dort die Erregung. Sacherer: „Welches Präparat das geeignete ist, entscheidet im Einzelfall der Facharzt. Neben der Medikamenteneinnahme ist es aber auch noch ratsam, Risikofaktoren im Privatleben auszuschalten wie z.B. eine schlechte Partnerbeziehung, Ernährung, Bewegungsarmut usw!

Operation in seltenen Fällen möglich

Nur in ganz bestimmten und sehr seltenen Fällen wird operiert, nämlich dann wenn es sich um sehr junge Patienten handelt, die eine schwere genitale Verletzung erlitten haben.
Sacherer: „Wenn z.B. nach einem Unfall der gesamte Genitalbereich schwer in Mitleidenschaft gezogen ist und ein enormer Leidensdruck besteht, gibt es auch die Möglichkeit der hydraulischen Penisprothese. Diese besteht aus zwei aufblasbaren Zylindern, die in den Schwellkörper implantiert werden. Gleichzeitig wird in die Bauchdecke ein Reservoir eingepflanzt. Durch ein Ventil am Hodensack wird eine spezielle Lösung aus dem Reservoir ins Glied gepumpt und damit der Penis verhärtet.“ Diese Operation ist jedoch relativ teuer, der Preis liegt bei rund 6.000 Euro.

Vorsorgen durch gesunde Lebensweise

Die Erkrankung kann hintan gehalten werden durch regelmäßiges körperliches Fitnesstraining, das alle Muskel des Körpers stärkt. Alkohol und Nikotin sind sehr schlecht für die Potenz! Versuche an Hunden zeigten, dass sie nach dem Inhalieren einer Zigarette keine Erektion mehr zustandebrachten. Nicht zuletzt beugt auch häufiger Geschlechtsverkehr einer Potenzschwäche vor. Die Schwellkörpermuskulatur wird damit regelmäßig trainiert und mit Sauerstoff versorgt, was für die Aufrechterhaltung der Potenz wichtig ist. Sonst besteht die Gefahr der Umwandlung der Schwellkörpermuskulatur in funktionsloses Bindegewebe ( Schwellkörperfibrose).